The wrong way to be an Equestria Girl

Wir haben in der 39. Folge des Podcasts noch über die Gerüchte und ein erstes, angeblich geleaktes Artwork geredet – heute kam wohl die offizielle Bestätigung: Hasbro plant eine Serie mit dem Titel “Equestria Girls”, die die Charaktere von “Friendship is Magic” menschliche Gestalt gibt. Und das erste veröffentlichte Bild lässt nichts gutes ahnen.

Lauren Fausts Idee hinter ihrer Version von “My Little Pony” war es in erster Linie, der jungen, weiblichen Zielgruppe der Serie gute role models zu vermitteln, die im Kinderfernsehen sonst fast vollständig fehlen. Ihre Aussage: es gibt keine falsche Art, ein Mädchen zu sein. Und “Friendship is Magic” schafft genau das mit seinen sechs völlig unterschiedlichen Hauptcharakteren, die gemeinsam Abenteuer erleben und ihre Probleme selbstständig lösen können.

Dass “Equestria Girls” nun allen Figuren den gleichen, kurzen Rock anzieht, durchweg lange Haare und die gleiche dünne Taille verpasst wirkt wie das vollständige Gegenteil dieser Idee. Zwar ist es nur eine erste Vorschau auf die kommende Serie, dennoch fällt auch ohne weiteren Kontext schon das sexistische und stereotype Schönheitsideal auf, das transportiert wird. Was für Geschichten die Serie erzählt bleibt abzuwarten.

Das Team von “Friendship is Magic” hat es immer wieder geschafft, die Vorgaben der rosa Spielzeug-Traumwelten von Hasbro in die Serie einzubauen und trotzdem Lauren Fausts Idee treu zu bleiben. Friendship is Magic ist in drei Staffeln nicht zu einer reinen Werbesendung verkommen. Dass das auch “Equestria Girls” gelingt ist zu bezweifeln. Es sieht momentan nicht einmal so aus, als ob sie es überhaupt versuchen würden. Die reichlich vorhandenen Werke der Fans sind da deutlich diverser.

Und so scheint “Friendship is Magic” trotz des Erfolgs sowohl bei der eigentlichen als auch der unerwarteten älteren Zielgruppe eine Ausnahme zu bleiben. Die Spielzeugwelt soll und wird wohl weiter binär zwischen männlichen Helden und weiblichen Prinzessinen getrennt bleiben.

Veröffentlicht von

Daniel

Daniel, genannt Sofa, hat die Ponytime mit einem Tweet eher versehentlich ins Leben gerufen und ist für Produktion und Veröffentlichung der Folgen verantwortlich. Ab und zu schreibt er auf seinem Blog Raummaschine über Ponies und Podcastet auch über andere Themen.

4 Gedanken zu „The wrong way to be an Equestria Girl“

  1. Wer hätte damals gedacht das eine Serie mit pastellfarbenen Ponys klasse wird?
    Ich gebe nicht viel auf ein Promobild für die Presse und bleibe optimistisch bis ich die ersten drei Folgen gesehen hab.
    Stay calm and flutter on ;-)

    1. Die sexualisierten Figuren sind auf jeden Fall jetzt schon ein Kritikpunkt. Aber klar, vielleicht erzählen sie ja doch ähnlich gute Geschichten wie in Friendship is Magic. Aber mein Optimismus brennt hinsichtlich Hasbro eher auf Sparflamme ;)

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