Ein Jahr Ponytime Podcast

Heute vor einem Jahr erschien die erste Folge der Ponytime. Leider hat es zum ersten Jubliäum nicht ganz zur 42. Folge gereicht. Dennoch möchte ich den ersten Geburtstag dieses Podcasts mal für ein klein wenig Nostalgie nutzen.

Am Anfang war ein Tweet

Angefangen hat der Ponytime Podcast eigentlich mit einem Tweet von mir. Ich fragte laut in meine Timeline hinein, ob es schon einen deutschsprachigen Podcast zu Friendship is Magic geben würde – und wenn nicht, wer bei einem mitmachen würde. War der Aufruf vielleicht auch nicht ganz ernst gemeint, so entwickelte er doch eine Dynamik, die groß genug war um ein paar Interessierte in ein Etherpad zu spülen – und auf einmal war die Planung für einen Podcast in vollem Gange.

Namen und Besetzungen wurden durchdiskutiert, Themengebiete und Formate abgesteckt, Sendezeiten und Aufnahmetechniken besprochen. Gemeinsam mit Matthias hatte ich etwas ein Jahr vorher meinen Podcast, “Neues aus der Raummaschine“, gestartet und dort erste Erfahrungen gesammelt. Da er ähnlich wie ich bereits vom Brony-Virus infiziert war, gesellte er sich auch hier direkt dazu. Martin, bzw. map, kannte ich vorher vom Hören aus dem Fanboys Podcast. Mit ihm an Bord hatte das ganze auf einmal sogar etwas seriöses ;) Jella und Gerjet kannte ich vorher gar nicht, aber ich halte es weiterhin für eine glückliche Fügung, dass diese beiden Namen auf der Liste gelandet sind.

letsdothisDas wöchentliche Format und die zeitliche Begrenzung auf eine Stunde standen schnell fest. Nur der Name wurde noch diskutiert… ist “Ponytime” nicht zu generisch? Im Nachhinein bin ich allerdings froh mich nicht stärker für einen meiner Favoriten “Piratensender Ponyville” und “Radio Freies Equestria” eingesetzt zu haben. Am 6. März erschien dann die noch etwas planlose erste Folge, und von da an in einem durchaus regelmäßigen Rythmus (wenn auch mit einigen Pausen) Woche für Woche bisher 40 Folgen – und Seit Folge 10 auch ab und zu live.

Die SIGINT und das Stuhlgewitterchen

Zweimal schwappte der Podcast aus den Kopfhörern am anderen Ende des Internetanschlusses in die reale Welt. Das erste mal bereits im Mai 2012. Auf der SIGINT, einer Konferenz des Chaos Computer Club, die auf dem Gelände des Medienpark in Köln stattfand, hielten wir zu fünft einen Vortrag über das Phänomen My Little Pony und wie es das Internet beeinflusste. Das ganze war lustig, ein wenig chaotisch vorbereitet – und nicht unumstritten, wie ihr in Folge 9 nachhören könnt. Einige hatten etwas dagegen, dass ein aus ihrer Sicht nerviges und albernes Mem einen prominenten “Primetime”-Platz auf der Bühne bekommt.

http://www.youtube.com/watch?v=v1cdzIa9Lp4

Noch viel schöner als der Talk, der am Ende gut besucht und weitestgehend skandalfrei von Statten ging, war es allerdings die bis dato nur als Stimmen bekannten Mit-Podcaster kennen zu lernen: Martin, Jella und Gerjet traf ich in Köln das erste mal. Ein merkwürdiges Gefühl plötzlich Gesichter zu den Stimmen zu haben. Und noch eine Stimme kann ich seit dem mit einem Gesicht verbinden: Kris, die mit ihrem Cutiemark-Nailart-Tutorial das Gewinnspiel um unser SIGINT-Ticket gewonnen hat, war natürlich auch in Köln.

Das Ponykino am Bramsche der Welt

Bereits in der 7. Folge ließ ich mich zu der Idee hinreißen, Friendship is Magic gemeinsam auf der großen Leinwand zu genießen. Das Feedback war durchaus positiv und nachdem wir unseren SIGINT-Vortrag hinter uns gebracht hatten begann ich ernsthaft mit der Planung einer Kinonacht im beschaulichen Bramsche bei Osnabrück. Über eine Spendenaktion wurde die Saalmiete finanziert, vom Rest ein paar Kisten Club Mate spendiert und am 14. Juli fanden sich dann wirklich 50 Bronies und Pegasisters aus ganz Deutschland in der niedersächischen Provinz ein – ob München, Berlin oder Hamburg, aus allen Himmelsrichtungen waren sie gekommen. Dass einmal die Prominenz meiner Twitter-Timeline wie Tim Pritlove (der uns in Folge 12 als Gast beehrte), Stephan Urbach und Brigit Rydlewski gleichzeitig in diesem Kleinstadtkino landen würden um Zeichentrickserien zu schauen hätte ich sicher niemals selbst gedacht.

sleep

Der eigentlich angedachte Live-Podcast auf der Bühne des Kinos ging dann leider in der etwas improvisierten Planung unter. Über die Nacht hinweg dünnte sich das Publikum ein wenig aus, aber einen tapferen Rest der hartgesottensten musste ich am Sonntag morgen um halb 9 dann doch aus dem Kino scheuchen, bevor die Reinigungskräfte eintrafen. Ich war ziemlich fertig und hatte mich nur mit viel Koffein wach gehalten – beim Verabschieden der letzten Bescher*innen wurde ich dann (was mich in dem damaligen Zustand sehr verdutzte) aber direkt gefragt wann das nächste Ponykino stattfindet.

Diejenige, die mich da fragte war übrigens Perry, die nicht nur gemeinsam mit Gerjet die Grand Galloping Gala in Stuttgart auf die Beine stellte, sondern inzwischen auch bereits mehrmals zu Gast im Podcast war – und inzwischen auch fest zum Team gehört. Die Idee eines zweiten Ponykinos ist nach wie vor da, und sobald es da konkrete Entwicklungen gibt hört ihr sicher im Podcast davon.

Ein Umzug und ein Ausblick

fixedforeverNach einer kleinen Herbstpause haben wir zusammen mit der dritten Staffel wieder den regelmäßigen Podcastbetrieb aufgenommen und mit einigen Wachstumsschmerzen das alte Webseitensystem Yasbf – ein riesiges Danke noch einmal an Poapfel, der mir das ganze persönlich nach meinen Bedürfnissen zurechtgebogen hat – hinter uns gelassen und zu WordPress inklusive dem Podlove Plugin umgezogen. Inzwischen sind die Ponies auch auf einen eigenen Uberspace umgezogen, damit sie sich den Platz nicht mehr mit anderen Podcasts teilen müssen.

Das ist langsam wirklich nötig, spätestens seit es den Podcast nicht mehr nur im MP3-Format gibt, sondern auch als Ogg Vorbis und MP4: jede Woche drei mal eine Stunde Audio. Zayc_ hat das mit der großartigen Regenbogenstatistik visualisiert: über 40 Stunden Podcast haben wir in den letzten 12 Monaten produziert.

somuchpony

Zu den Downloads und Hörer*innen genaue Zahlen zu nennen ist aus mehreren Gründen schwierig, da das Nutzerverhalten bei Podcasts erfahrungsgemäß extrem unterschiedlich ausfällt. Mache hören die Podcasts auf der Seite, andere laden sie mit Apps, manche über iTunes, andere als Torrent oder direkt, als Livestream oder Aufzeichnung und so weiter und so fort… auf jeden Fall geht da einiges an Datenverkehr durch die Leitung.

Die Ponytime ist und bleibt ein kostenloser Podcast und macht uns auch weiterhin viel Spaß – und gerade deshalb freue ich mich unglaublich darüber, wenn der ein oder andere einen Flattr-Button klickt oder eine PayPal-Spende schickt, um diesen Podcast auf entspannter stehende Hufe zu stellen. Die Möglichkeiten das zu tun findet ihr hier. Danke schon mal :)

Lob, Dank und alle die ich vergessen habe

thankyouEin großes Dank gilt natürlich auch allen die ich nicht extra erwähnt habe, allen die uns hören und Feedback geben, Kommentare und Mails schreiben, Tweets reposten und Likes klicken, Flattr-Buttons benutzen oder auch nicht, die beim Ponykino und beim SIGINT-Talk waren, die uns beim Joggen oder Abwaschen hören. Und auch Danke denen die uns Cover-Bilder gemalt haben, beim Webseitenbau geholfen oder Statistiken anfertigen. Die beim Gewinnspiel mitgemacht und Audioclips eingesandt haben.

Danke auch an das Podlove Projekt, das Podcastern das Leben wirklich leichter macht. Danke auch an die Ubernauten und ihren wahnsinnig guten Service und Support, das mir bei den größten Katastrophen immer ausgeholfen hat (Wie das mit dem Backups funktioniert fand ich anhand der Ponytime-Seite heraus, upsi). Danke an Auphonic, die seit diesem Jahr dafür sorgen, dass der Podcast mit weniger Zeitaufwand viel besser klingt und die die anderen Dateiversionen erst möglich gemacht haben. Danke an Flattr und alle Podcast-Clients die diesen Dienst unterstützen, die Podcast-Hörern einen einfachen und schönen Weg zum “Danke” sagen geben. Und Danke an alles und jeden das, den oder die ich vergessen hab.

So, und jetzt genug nostalgisch gewesen. Es gibt einen Haufen Pony-News und wir haben eine lange Staffelpause zu überbrücken. Allerdings mit einer weiteren kleinen Veränderung: über die Staffelpause werden wir nicht mehr jede Woche eine Folge machen, wie bisher, sondern immer dann, wenn wir genug Themen haben. Das kann dann trotzdem jede Woche sein, oder mal alle drei Wochen oder irgendwo dazwischen. So oder so – wir hören uns :)

Veröffentlicht von

Daniel

Daniel, genannt Sofa, hat die Ponytime mit einem Tweet eher versehentlich ins Leben gerufen und ist für Produktion und Veröffentlichung der Folgen verantwortlich. Ab und zu schreibt er auf seinem Blog Raummaschine über Ponies und Podcastet auch über andere Themen.

Ein Gedanke zu „Ein Jahr Ponytime Podcast“

  1. Tja, als ich seinerzeit fragte ob Ponykino auch nochmal geht hätte ich nicht gedacht, dass ich mal selbst zum illustren Kreis der Podcaster gehören würd :) Vielen lieben Dank für die super Arbeit und die großartigen Gespräche. Das darf ruhig weiter gehen!

Kommentar verfassen