My Little Pony Comics auf dem iPad

Im November 2012 brachte IDW Publishing den ersten Teil einer Reihe von Comics basierend auf “My Little Pony: Friendship is Magic” heraus. Neben den sich über mehrere Ausgaben erstreckenden Handlung erscheinen einzelne “Micro Series Comics”. Nachdem wir in der 44. Folge des Podcasts ausführlich über Comics sprachen, habe ich mir jetzt mal die digitalen Versionen genauer angeschaut.

Neben den einzelnen Heften sowie bald erscheinenden Sammelbänden im Taschenbuchformat, die jeweils eine gesamte Storyline zusammenfassen, erscheinen die einzelnen Ausgaben auch auf verschiedenen Wegen digital als Download. Die Vorteile liegen auf der Hand: am Erscheinungsdatum wird der “Kaufen”-Button geklickt und ein paar Sekunden später ist die Ausgabe schon da und bezahlt. Es gibt drei naheliegende Wege, sich die Comics digital zu beschaffen:

  • comiXology “digital comics platform”
  • Apple iBookstore für iOS
  • Kindle Edition bei Amazon

Wie kommen die Comics auf das iPad?

comiXology ist ein Anbieter von digitalen Comics und bietet kostenlose Apps für iOSAndroid, Amazons Kindle Fire und Windows 8 an. Die Comics sind mit dem eigenen comicXology Konto verknüpft, kopiergeschützt und können auf allen eigenen Geräten gelesen werden. In Apples iBookstore gibt es die Einzelausgaben jeweils ebenfalls mit Kopierschutz. Die Comics sind auf das jeweilige iTunes Konto registriert und können auf jedem eigenen iPhone oder iPad über die iBooks App gelesen werden. Bei Amazon sind die Gesamtausgaben einer Storyline bald als Taschenbuch oder Kindle Edition verfügbar.

Ich besitze ein iPad 3, das mit seinem Comicheften sehr ähnlichen Format und dem hochaufgelösten, hellen Display wie für die Anzeige von bunt bebilderten Comics gemacht ist. Gerade bei Text wird außedem schnell klar, wie gut das Display zum Lesen geeignet ist. Da der Text in Comics allerdings gezeichnet ist, hängt die Lesbarkeit hier stark von der Qualität des Bildmaterials der Comics ab. Da es die Kindle-Versionen noch nicht gibt, schaue ich mir voerst nur die beiden anderen an.

Das iPad ist etwas zu schwer, um lange mit einer Hand zu lesen.
Das iPad ist zwar etwas zu schwer, um lange mit einer Hand zu lesen. Das Bild ist dafür um so besser.

Sowohl der iBookstore als auch comiXology erfordern den Download der jeweiligen kostenlosen App aus dem App Store. Die Comics sind dort ausschließlich auf Englisch verfügbar, was rein von der Schwierigkeit der Sprache kein Verständnisproblem für all jene darstellen sollte, die die Serie auch im Originalton anschauen. Preislich sind die Unterschiede ebenfalls gering. Die Preise pro Heft unterscheiden sich kaum, die älteren sind etwas günstiger als die neu erschienenen. Insgesamt liegen die Preise zwischen einem und vier Euro pro Ausgabe.

iBookstore: scrollen, blättern, zoomen

Das iBook ist tatsächlich “nur” ein normales ePub, welches dann nicht mit Text, sondern eben mit Bildern befüllt, was bei der Geste für das Markieren von Text auffällt: da wird dann einfach mal die ganze Seite markiert. Die Comics werden zweiseitig mitsamt eines skoiomorphen Buchseiten-Randes angezeigt. Das Blättern wird mit einer ganz netten Papierseiten-Animation untermalt, was ein wenig der Flair eines Comicsbuch beibehält und für Übersicht beim Umblättern sorgt. Versehentliches skippen auf die nächste Seite wird so nicht vorkommen. Die randlose Ansicht normaler Text-eBooks lässt sich leider nicht aktivieren.

Über die Seiten selbst kann frei gescrollt und gezoomt werden. Die Auflösung der Bilder könnte gerade auf dem Retina-Display deutlich höher sein. Wird an ein einzelnes Panel herangezoomt, ist das Bild merklich verschwommen, aber noch klar lesbar und ohne Artefakte. Der Text der Sprechblasen ist leider nicht als wirklicher Text hinterlegt, so dass ein Durchsuchen der Comics nicht möglich ist.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Beim iBookstore ist praktischerweise kein weiterer Account nötig, wie bei comiXology. Wer ein iPad hat hat auch ein Konto bei Apple, in dem bereits Zahlungsdaten hinterlegt sind.

comiXology: knarz, pixel, swoosh

Um die Hefte über comiXology auf das iPad zu bekommen wird die kostenlose “Comics” App aus dem App Store benötigt. Ein Account bei comiXology ist optional, die Comics können auch direkt als In-App-Purchase gekauft werden und werden dann über das normale iTunes-Konto abgerechnet. Allerdings wird mensch beim Kaufen und Lesen öfters mal daran erinnert, wie viel besser alles mit einem Account ist – beispielsweise um seine Lesezeichen über mehrere Geräte zu synchronisieren.

Standardmäßig startet ein Comic in der Seiten-Ansicht. Im Gegensatz zu der iBook-Ansicht wird immer nur eine Seite angezeigt und das Umblättern durch einen Diashow-artigen Schiebeeffekt illustriert. Per Doppel-Tap kann in die Panel-Ansicht gewechselt werden, die an ein einzelnes Panel zoomt und dann alle der Reihe nach durchblättert. Diese Ansicht macht tatsächlich Spaß zu lesen und gibt einen Eindruck, wie sich das Format Comics auf Geräten wie dem iPad in Zukunft noch entwickeln kann. Nett ist auch eine Miniatur-Übersicht aller Seiten des Comics

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wirklich enttäuschend ist aber die Bildqualität. Die Auflösung der Bilder ist deutlich geringer als bei der iBook-Version und auch wenn komplett herausgezoomt ist sind deutlich Bildartefakte zu erkennen, obwohl die Comics sogar explizit als “HD”-Version gekennzeichnet sind.

My Little Fazit

Comics machen auf dem iPad – und sicher auch auf anderen Tablets – sowohl Sinn als auch Spaß. Die scharfen, hellen Displays sind wie gemacht für bunte Comics. Das Zoomen und Scrollen mit Fingergesten fühlt sich bei illustrierten Geschichten weniger störend an, als bei klassischer Literatur, im Gegenteil passt es ganz wunderbar dazu.

Allerdings ist der junge Markt noch zersplittert: Verlage basteln Apps für ihre Comics, Apple hat ein eigenes Angebot und comiXology versucht eine Plattform- und Verlags-übergreifende Comic-Version von Steam zu bauen. Das wird in Zukunft im schlimmsten Fall wohl dazu führen, dass mehrere Konten und Apps benötigt werden, um verschiedene Serien zu verfolgen.

Bei My Little Pony stehen momentan zwei Anbieter zur Wahl, von denen comiXology sich deutlich mehr Gedanken um die angemessene digitalisierung des Mediums macht – aber bei der Umsetzung der Qualität versagt. Es ist also zwiegespalten… im Zweifelsfall würde ich empfehlen beides auszuprobieren. Möglicherweise fällt die Auflösung der comiXology-Versionen auf einem Gerät mit geringerer Auflösung als dem Retina-iPad nicht auf – und vermutlich wird sich hier in Zukunft auch noch etwas zum postivien Entwickeln. Wem die Bedienung wichtiger ist, der wird mit diesen Versionen ohnehin glücklicher. Ich bin mit der iBooks-Version glücklich genug um die Comics zukünftig dort zu lesen.

Veröffentlicht von

Daniel

Daniel, genannt Sofa, hat die Ponytime mit einem Tweet eher versehentlich ins Leben gerufen und ist für Produktion und Veröffentlichung der Folgen verantwortlich. Ab und zu schreibt er auf seinem Blog Raummaschine über Ponies und Podcastet auch über andere Themen.

Ein Gedanke zu „My Little Pony Comics auf dem iPad“

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